Vorteile und Nachteile von CRM-Modulen für ERP-Software

CRM-Modul – das schwarze Schaf der ERP-Landschaft

Wenn Sie einen beliebigen ERP-Berater fragen, ob Sie Geschäftsbereich X in ein ERP-System, das bereits vorhanden ist oder gerade eingeführt wird, integrieren sollen, erhalten Sie meist diese Antwort: „Ja! Je zusammenhängender die Softwarelandschaft in Ihrem Unternehmen ist, desto besser.“ Wie für jede Regel, gibt es dabei die große Ausnahme – Das Modul fürs Customer-Relationship-Management, kurz CRM.

Obwohl eine gute Kundenkommunikation zu den wichtigsten Säulen einer funktionierenden Geschäftstätigkeit gehört, bieten viele ERP-Systeme hier nur eine abgespeckte Lösung in Form von Adressverwaltung und Mailintegration an. Zwar gibt es auch in diesem Bereich stetige Weiterentwicklung, doch im Vergleich zu anderen Geschäftsfeldern hinkt CRM oft hinterher. Warum ist das so?

ERP-Erweiterung oder CRM-Spezialsoftware?

Die Ursache für die scheinbare Vernachlässigung der CRM-Funktionalitäten liegt in deren vergleichsweise langer Geschichte. Bereits in den 80ern wurden Kundeninformationen systematisch gesammelt und zur Verbesserung der Kommunikation ausgewertet. Lösungsansätze und Funktionalitäten in CRM-Systemen sind daher mittlerweile sehr ausgereift und der Markt bietet zahlreiche hochspezialisierte Lösungen an.

Selbst große ERP-Anbieter tun sich dementsprechend schwer, diese hohen Anforderungen zu erfüllen, schließlich sind sie nicht ausschließlich darauf spezialisiert. Dementsprechend hinken die CRM-Module oftmals der spezialisierten Software hinterer. Gerade im B2B-Bereich müssen Lösungen fürs Customer-Relationship-Management extrem leistungsstark und flexibel sein, um auch komplexe Geschäftsprozesse wirksam zu unterstützen.

Dafür sind CRM-Module als Erweiterung bereits bestehender Unternehmenssoftware preiswerter als Einzellösungen, richtig? Kommt darauf an. Zwar ist ihr Einführungspreis meist günstiger, doch langfristig gilt es zu bedenken, was eventuell nicht erfüllte Funktionalitäten oder mangelnde Prozessunterstützung an Folgekosten bringen könnten.

Die richtige Software zur Kundenkommunikation

Heißt die Lösung also, stets auf spezialisierte CRM-Systeme parallel zum ERP-System zu setzen? Nicht unbedingt! Die Antwort auf diese Frage steht und fällt mit Ihren individuellen Anforderungen an die Software.

  • Auch in ERP-Systemen integrierte CRM-Module werden nach und nach immer besser und wenn diese alle Ihre Bedürfnisse im Bereich des Kundenmanagements erfüllen, dann spricht überhaupt nichts gegen die im ERP-System integrierte Lösung.
  • Stellen Sie aber auch die Akzeptanz Ihrer Mitarbeiter sicher. Selbst die auf dem Papier beste Lösung nützt wenig, wenn sie von der Belegschaft abgelehnt und nicht vollständig genutzt wird.
  • Bedenken Sie auch, dass Sie für ein externes System zusätzliche Ressourcen für die Entwicklung einer Schnittstelle aufbringen müssen. Selbst wenn Standardschnittstellen existieren, kommt man um weiteren Anpassungsbedarf selten herum. Auf die Synergieeffekte, insbesondere für Marketing, Service und Vertrieb, möchten Sie in der Regel nicht verzichten – egal ob diese durch ein integriertes oder ein angebundenes CRM-System entstanden sind. Wenn Sie sich für eine Schnittstellenlösung entscheiden, sprechen Sie mit dem jeweiligen Anbieter. Vielleicht gibt es für Ihre CRM/ERP-Kombination schon eine Schnittstelle, die zuverlässig funktioniert und schnell eingesetzt werden kann.

Für alle Fragen rund um die Themen ERP, CRM und weitere Unternehmenssoftware stehen Ihnen unsere Berater jederzeit gern zur Verfügung.