Blogartikel zum Schlagwort: Digitalisierte Geschäftsprozesse

Unternehmerische Kontrolle, Planung und Steuerung im ERP-Controlling

Effizientes Controlling mit ERP-Systemen

Umgangssprachlich wird unter dem Begriff „Controlling“ oft nur die Kontrolle gewisser Prozesse oder Unternehmensbereiche verstanden.

Tatsächlich ist das Konzept aber deutlich umfassender zu sehen, und zwar als unternehmerisches Führungssystem, das neben der Kontrolle auch auf die Planung und Steuerung sämtlicher Unternehmensbereiche abzielt.

Für eine gesamte Unternehmenssteuerung ist es daher nötig, nicht nur Daten in einer ausreichenden Qualität aus dem Rechnungswesen, sondern zusätzlich auch aus möglichst vielen weiteren Quellen bzw. Unternehmensbereichen verfügbar zu haben. Mit Hilfe einer gut aufbereiteten Datenbasis kann die Geschäftsleitung respektive das Management sowohl bei der Formulierung der Unternehmensziele, als auch bei der Überprüfung auf deren Zielerreichung, unterstützt werden.

Der Einsatz von ERP-Software im Controlling

Grundsätzlich kann ein ERP-System nur genau die Daten bereitstellen, die in das System eingepflegt werden. Dazu können zum Beispiel auch automatisch erfasste Prozessdaten zählen. Ein ERP-System beinhaltet in der Regel immer die Finanzbuchhaltung, sowie Daten über Transaktionen mit Kunden und Lieferanten.

Neben den Ist-Daten, welche alle wirtschaftlich relevanten Informationen umfassen sollten, können auch Planungsdaten für eine konkret messbare Zielvorgabe eingepflegt werden. Mit einer Gegenüberstellung von Planungs- und Ist-Daten kann die Einhaltung der in der Planung gesetzten Ziele überwacht werden. Eine Abweichungsanalyse ist die Voraussetzung für ein rechtzeitiges Ergreifen von Maßnahmen zum Gegensteuern und letztendlich zum Schließen der Zielerreichungslücke.

Daten und Module für das ERP-System

Im Bereich der ERP-Software hat sich historisch der modulare Aufbau durchgesetzt. Dies ermöglicht es dem Controlling, je nach implementiertem Modul, Daten aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen (z. B. Warenwirtschaft, Vertrieb oder dem Projektmanagement) zu generieren und diese für das gesamte Unternehmen beziehungsweise für flexible, aussagekräftige und automatisierte Berichte bereitzustellen. Eine schnelle Anpassung an sich gegebenenfalls veränderte Rahmenbedingungen ist ebenso ein Vorteil eines ERP-Systems und Grundvoraussetzung für ein gutes Unternehmenscontrolling.

Entscheidend ist jedoch der Vorteil einer gemeinsamen Datenbasis innerhalb eines Unternehmens, welche sowohl die Transparenz und Kommunikation, als auch den Informationsfluss verbessert. Redundante Daten, ein doppelter Erfassungsaufwand (da alle auf die gleiche Datenbasis zugreifen) sowie Inkonsistenten werden damit vermieden und können so ein effizientes und zielführendes Controlling ermöglichen.

Voraussetzungen für ein effizientes Controlling in Unternehmen

Festzuhalten bleibt, dass mit Hilfe eines integrierten ERP-Systems der Aufwand für den Prozess der Informationsbeschaffung und –aufbereitung im Vergleich zu geschlossenen Softwarelösungen aus diesem Bereich minimiert und eine Fokussierung auf die Analyse, Bewertung und Maßnahmenplanung erfolgen kann. Durch solch ein schnelleres und fokussierteres Controlling können Wettbewerbsvorteile schneller generiert und genutzt werden.

Für die erfolgreiche Einführung eines ERP-Systems und damit verbunden eines Berichtswesen- und Controllingsystems, sollten Sie einen Überblick über Berichte in Ihrem Unternehmen haben.  Entscheidend ist zu wissen, wann, welcher Mitarbeiter oder externer Adressat, welche Information erhalten muss.

Die kreITiv hilft Ihnen in der ERP-Beratung, die richtigen Fragen zu stellen und Sie bei einem Einführungsprojekt unterstützen.

Die Anforderungsanalyse – Das Projekt vor der ERP-Einführung

Die Anforderungsanalyse – Das Projekt vor der ERP-Einführung

Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, umfangreiche Unternehmenssoftware einzuführen, wird schnell feststellen, dass er sich zunächst eher mit sich selbst als mit ERP-Anbietern beschäftigen muss.

Denn selten scheitert eine ERP-Einführung daran, dass sich kein passender Anbieter findet. Entsprechende Software gibt es mittlerweile in unzähligen Formen, von diversen Anbietern und für alle nur denkbaren Geschäftsbereiche und Unternehmensgrößen. Die üblicherweise vorhandene individuelle Anpassung eines Systems erhöht die Möglichkeiten sogar noch weiter. Woran Projekte tatsächlich scheitern, sind fehlende Vorbereitung, unklare Prozessstrukturen oder die Ablehnung der Mitarbeiter.

Doch viele dieser Probleme lassen sich vermeiden, wenn man die Anforderungsanalyse, die noch vor der Auswahl eines Anbieters stattfindet, ernst nimmt und mit angemessenem Aufwand betreibt. Was sollten Sie dabei beachten?

„Ich kenne doch mein Unternehmen!“ – Wirklich?

Jedes Unternehmen besitzt eine einzigartige Struktur. Diese wird durch die individuelle Beantwortung bestimmter Fragen definiert:

  • Wie ist meine Herangehensweise, wenn unvorhergesehene Probleme auftreten?
  • Setze ich eher auf eine klar definierte Struktur oder auf flache Hierarchien?
  • Wie ist meine technische Ausstattung?

Wächst eine Firma, entsteht aber oftmals zusätzlich zur globalen noch eine untergeordnete Unternehmensstruktur und -kultur; zum Beispiel auf Abteilungsebene. Wurde eine gewisse Größe erreicht – etwa ein Punkt, an dem über die Einführung eines ERP-Systems nachgedacht wird – können sich schon eigenständige Dynamiken entwickelt haben.

Doch warum spielt das überhaupt eine Rolle? Eine komplexe Organisation mit internen organisatorischen, technischen, konzeptionellen oder kulturellen Unterschieden erzeugt eine Menge heterogener Anforderungen. Diese Anforderungsunsicherheit ist ein klarer Widerspruch zur Idee einer fürs gesamte Unternehmen einheitlich funktionierenden Unternehmenssoftware. Das kann ERP-Projekte erheblich verzögern oder im schlimmsten Fall komplett scheitern lassen. Dass solche Projekte teuer werden können, haben wir in einem Blogartikel zu den Kosten von ERP-Systemen schon einmal analysiert.

Mut zur Harmonie! Mit einer passgenauen Anforderungsanalyse

Wie löst man diese internen Widersprüche nun auf? Die Lösung lautet natürlich: Mit einer ausgiebigen Anforderungsanalyse. Denn was eine Gefahr ist, kann gleichzeitig als Chance wahrgenommen werden.

Nutzen Sie diese Chance, um einen Schritt zurückzutreten, Ihr Unternehmen mit all seinen Prozessen, seiner Struktur und seiner Kultur zu analysieren und zu hinterfragen. Externe können hierbei helfen, eine neue Perspektive zu bieten und vor der allzu bekannten Betriebsblindheit zu schützen. Im Idealfall können Sie wichtige Prozesse, vor allem natürlich die, die auch vom ERP-System abgebildet werden sollen, harmonisieren und optimieren.

  • 1. Status Quo

    Versuchen Sie, möglichst ergebnisoffen in eine Anforderungsanalyse zu gehen.

  • 2. Harmonisieren

    Außerdem sollten Sie auch hier schon intensiv wichtige Mitarbeiter („Key User“) mit einbinden, denn diese haben oftmals den besten Einblick in die tatsächlichen Prozessabläufe in ihrem Verantwortungsbereich.

  • 3. Optimieren

    Erst wenn diese ersten Schritte unternehmerischen Wandels erfolgt sind, ergibt es Sinn, sich näher mit der eigentlichen Auswahl eines passenden ERP-Anbieters auseinanderzusetzen.

  • 4. ERP-Auswahl

    Die Auswahl der für Sie optimalen Unternehmenssoftware erfolgt, nachdem die internen Prozesse eingehend betrachtet und die wichtigsten Strukturen abgebildet wurden.

kreITiv – Ihr Analysepartner für die ERP-Einführung

Planen Sie die Einführung eines ERP-Systems, aber haben sich noch nicht mit der Auswahl eines Anbieters beschäftigt? Befindet sich Ihr Unternehmen gerade in der oben beschriebenen Phase unternehmerischen Wandels? Dann sind unsere qualifizierten Berater die richtigen Ansprechpartner für Sie.

Wir können Sie sowohl bei der Analyse Ihrer Prozesse und Anforderungen an ein ERP-System, als auch bei der Auswahl geeigneter Anbieter unterstützen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Geschichte der ERP-Systeme – Vom Mainframe bis in die Cloud

Die Geschichte der ERP-Systeme

ERP-Systeme sind heutzutage ein essentieller Bestandteil in der IT-Infrastruktur von Unternehmen. Sie helfen, Geschäftsprozesse zu rationalisieren und effizient zu verwalten.

Im Idealfall sind sie flexibel, skalierbar, mit den nötigen Schnittstellen ausgestattet und bilden auf diese Weise die komplette Anforderungs- und Prozesslandschaft eines Unternehmens in digitaler Form ab. Doch dieser umfassende Anspruch wurde erst mit der Zeit entwickelt. Tauchen wir ein in die wechselvolle Geschichte der ERP-Software.

Vom Mainframe bis in die Cloud, ERP-Software im Zeitverlauf

 

  • 60er Jahre: MRP als Pionier der Branche

    Die moderne Fabrikproduktion nahm zu und das Computing wurde geboren. Das führte dazu, dass die Produktion und die Kundenanforderungen besser gesteuert und ausgeglichen werden mussten. Dadurch entstand Software, die als Material Requirements Planning – oder MRP bekannt ist.

    Diese frühen Rechenprogramme halfen, die Fertigung, den Einkauf und die Lieferung zu planen. Sie ermöglichten den Unternehmen, ihre Bestände niedrig zu halten, was wiederum die Menge an gebundenem Geld reduzierte.

  • 70er Jahre: Die Zeit der Großrechner

    Bis 1975 war die MRP-Software in wenigen hundert Unternehmen im Einsatz. Sie war nur für die großen Hersteller erschwinglich und lief auf leistungsstarken Mainframe-Computern.

    Zu dieser Zeit entstand Business-Software, die in Echtzeit funktionierte. Gleichzeitig entwickelte sich der Bereich des rechnergestützten Finanzmanagements, der jedoch von anderen Systemen isoliert war.

  • 80er Jahre: Der Sprung zum MRP II

    In den achtziger Jahren entwickelten sich MRP’s in ihren Fähigkeiten immer weiter und wurde später zu dem, was man MRP II oder Manufacturing Resource Planning nannte. Es kamen weitere Fertigungsprozesse und eine größere Leistungsfähigkeit hinzu, insbesondere im Bereich der Kapazitätenplanung.

  • 90er Jahre: Die Geburt des ERP-Begriffs

    In den 1990er Jahren wurde das Akronym ERP – für Enterprise Resource Planning – erstmals eingesetzt. Geprägt von der Gartner-Gruppe, beschrieb es Software, die MRP und MRP II um Funktionalitäten wie Engineering, Finanzen und Rechnungswesen, Personal- und Projektmanagement erweiterte.

    Der drohende Y2K-Computerfehler und die bevorstehende Einführung des Euro bewegte viele Unternehmen dazu, ihre ERP-Software noch vor dem Jahr 2000 zu aktualisieren oder komplett neue ERP-Systeme einzuführen und damit einen zwingend nötigen weiteren Digitalisierungsschritt zu unternehmen.

  • 2000er Jahre: Die Entwicklung zum Komplettsystem

    Zu den Erweiterungen ab dem Jahr 2000 gehörten die Integration von Supply Chain Management, Customer Relationship Management und Business Intelligence. Parallel dazu entwickelte sich in den frühen 2000er Jahren die Interaktion über mobile Geräte und es entstanden verlässliche webbasierte Funktionalitäten.

  • Heute: Mobil und in der Cloud

    Heute sind ERP-Systeme sehr weit fortgeschritten, hochflexibel und skalierbar. Sie sind oft cloud-basiert und ermöglichen über einen Webzugriff auch auf mobilen Endgeräten einen vollen Funktionsumfang und damit ein ortsunabhängiges Arbeiten. Moderne ERP-Lösungen beschränken sich nicht nur auf Fertigungs-, Lieferketten-, Finanz- und Rechnungswesen, sondern auch auf andere Bereiche.

    Die heutigen ERP-Systeme erlauben auch komplexe Berichterstattung, Vertriebs- und Marketingautomatisierung, CRM, E-Commerce sowie Service- und Garantiemanagement.

Und was kann Ihr ERP-System?

Unternehmen aller Größen und aus jeder Branche können von ERP-Systemen profitieren. Ob smartes ERP oder KI-ERP, wir von kreITiv verfolgen auch in Zukunft alle Trends aus dem ERP-Bereich und beraten Sie gerne für Ihre persönliche und maßgeschneiderte Lösung.

Wir beleuchten die Usability von Webanwendungen im kreITiv-Blog

Grundlagen für Usability von Webanwendungen

Webanwendungen oder Web-Apps sind Softwaresysteme, die auf den Standards und Technologien des WWW beruhen. Sie stellen Ressourcen bereit, die über den Browser als einziges User-Interface verwendet werden können.

Warum überhaupt Usability?

Webanwendungen gewinnen zunehmend an Bedeutung und ihre Nutzung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Dies begründet einen erhöhten Wettbewerbsdruck im Markt der Web-Apps. Eine schlechte Usability führt somit bei gleichem Funktionsumfang der Anwendung zu einem Wettbewerbsnachteil.

Unabhängig davon, ob “normale” Webseite oder ausgereifte Webanwendung: Die erste Verbindung zum Nutzer entsteht über die grafische Benutzeroberfläche. Der Nutzer erlebt die Usability des Produktes Webanwendung stets unmittelbar während des Arbeitens und entwickelt dadurch seine Entscheidung über eine weitere Benutzung. Das kann zum Problem werden, da eine Vergleichbarkeit zu anderen Wettbewerbern im Internet besonders ausgeprägt ist.

Weiterhin weisen Nutzer ein hohes Maß an Ungeduld auf. Daher muss eine Benutzerfreundlichkeit sichergestellt werden, die dem User in kurzer Zeit den komfortablen Umgang mit der Seite erlaubt.

Usability entwickeln über Seitengestaltung und Navigation

Diese Punkte führen dazu, dass Usability einen hohen Stellenwert im Umfeld des Webdesigns einnimmt. Eine Vielzahl an Ansätzen kann helfen, Usability sicherzustellen. Dazu zählen unter anderem die Seitengestaltung und die Navigation.

1. Die Seitengestaltung ist Grundlage der Usability.

Der Aufbau soll den Interessen der Nutzer entsprechen und die Durchführung typischer Aufgaben unterstützen. Es gilt horizontale Bildläufe zu vermeiden. Bei vertikalen Bildläufen sollten Navigationselemente jederzeit sichtbar sein. Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Erwartungen des Nutzers zu entsprechen. Dabei spielt der Aufbau eine elementare Rolle. Sehr verbreitet sind hierarchische Strukturen. Diese sind insbesondere zur Darstellung komplexer Inhalte geeignet. Nutzer sind damit vertraut und finden sich schnell zurecht.

Lineare Informationsstrukturen eignen sich vorrangig bei Sachverhalten, die tatsächlich einem linearen Muster folgen. Gitterstrukturen werden eingesetzt, um abhängige Elemente miteinander in Beziehung zu setzen. Netztopologien werden für komplexe Systeme eingesetzt. Das Suchen auf solchen vernetzten Seiten gestaltet sich mitunter schwierig, da der Aufbau selten einer nachvollziehbaren Logik folgt.

2. Die Navigation innerhalb einer Webanwendung stellt den zweiten wichtigen Faktor der Usability dar.

Jede Bewegung innerhalb einer Webanwendung wird als Navigation bezeichnet. Fühlt sich ein Nutzer desorientiert, kann das der ausschlaggebende Grund für den Misserfolg der Anwendung darstellen. Auch bei der Einrichtung und Präsentation der Bewegungsmöglichkeiten sind daher die Nutzererwartungen einzubeziehen und die Anwender zu führen.

Nutzerfreundliche Webanwendungen bzw. Web-Apps von kreITiv

Wir von kreITiv bieten unseren Kunden maßgeschneiderte Webanwendungen mit hoher Usability, denn wir kennen die Anforderungen. Wenn Sie auf der Suche nach einem kompetenten Ansprechpartner in Sachen Webentwicklung sind, stehen Ihnen die Experten der kreITiv gern mit Rat und Tat zur Seite.

Native oder Web-App – Entscheidungsfindung bei der App-Entwicklung

Native oder Web-App – Entscheidungsfindung bei der App-Entwicklung

Der Ablauf beim Programmieren einer App beginnt mittlerweile immer mit der Frage: Möchte ich eine Native App oder eine Web-App entwickeln? Erstere ist die „klassische“ App, die je nach Betriebssystem des Smartphones oder Tablets im entsprechenden Store bereitgestellt wird. Demgegenüber stehen Web-Apps, die vor allem seit der Einführung von HTML5 im Jahr 2014 immer häufiger genutzt werden. Auch wir bei kreITiv setzen auf sie. Mehr zu den Unterschieden und den Entscheidungsprozessen bei der Wahl der App-Variante gibt’s im heutigen Blogartikel.

Inspector Gadget, die Native App

Die klassische Variante, die Native App, hat noch immer gewisse Vorzüge. Die vorrangigsten sind:

  • Da die Apps für ein Betriebssystem optimiert sind, eignen sie sich besser für besonders aufwendige und rechenintensive Anwendungen. Größenbeschränkungen gibt es im Prinzip nur durch die maximale Speicherkapazität des genutzten Geräts.
  • Der Zugriff auf Gerätehardware, etwa die Kamera, ist in der Regel nur mit Native Apps möglich.
  • App Stores werden von nahezu allen Nutzern regelmäßig genutzt. Sie stellen ein integriertes Vertriebssystem für App-Entwickler dar, inklusive Rankings und Bewertungssystem. Außerdem bieten App Stores eine schnelle und einfache Möglichkeit, eine App zu monetarisieren, also zum Beispiel einen Preis pro Download oder für einen In-App-Kauf festzulegen.

Zu bedenken ist aber, dass es keinen Weg zurück gibt. Aus einer Native App kann nachträglich keine Web-App erzeugt werden und eine Übertragung auf andere Betriebssysteme ist aufwendig. Bereits die Programmierung der App als solcher ist in der Regel aufwändiger.

The Flash, die Web-App

Web-Apps werden im Gegensatz zu Native Apps nicht installiert, sondern über den lokalen Browser geöffnet. Vorteile sind:

  • Sie funktionieren systemübergreifend, unabhängig vom Betriebssystem, der Art oder dem Hersteller des Endgerätes. Daher erreicht man mit weniger Kosten mehr Nutzer.
  • Die Veröffentlichung von Web-Apps erfolgt deutlich schneller, da der Umweg über einen App Store und damit gegebenenfalls auch einen Zulassungsprozess entfällt.
  • Zwar muss ein Vertrieb selbst organisiert werden, dementsprechend entfällt aber natürlich auch die Provision an den entsprechenden App Store-Betreiber.

Kurzum: Web-Apps sind flexibler, schneller und günstiger, bieten aber unter Umständen nicht alle gewünschten Funktionen. Zusätzlich gibt es Frameworks wie PhoneGap oder Appcelerator Titanium, mit denen Web-Apps in Native Apps umgewandelt werden können. Mittels JavaScript können auch Hardware-Features wie Kamera oder Push-Notifications ermöglicht werden. Solche hybriden Apps können sogar in App Stores angeboten werden, bieten allerdings eine schlechtere Performance und sind bei hohem Komplexitätsgrad der Anwendung eher ungeeignet.

Native oder Web-App – Welche Variante soll ich nehmen?

Aus den oben genannten Argumenten wird klar: Keine der beiden App-Variationen ist per se besser oder schlechter. Wichtig ist immer der konkrete Anwendungsfall. Wie komplex soll meine App werden? Welchen Nutzen soll sie erfüllen? Wie möchte ich sie vermarkten oder dient sie lediglich der Bereitstellung von Informationen?

Native Apps eignen sich dementsprechend besser für Anwendungen, die auf andere Funktionen des Telefons (beispielsweise das Adressbuch) zugreifen oder für komplexe und rechenintensive Apps, zum Beispiel grafisch aufwendige Spiele.

Web-Apps dagegen sollten dann genutzt werden, wenn schnell und kostengünstig eine plattformübergreifende Lösung benötigt wird. Das ist unter anderem der Fall, wenn es sich lediglich um reine Informationsvermittlung oder ein Projekt von kurzer Lebensdauer handelt. Existiert bereits eine professionelle Webanwendung, etwa ein Webshop, der nun auch für mobile Endgeräte nutzbar gemacht werden soll, dann eignen sich auch hierfür Web-Apps besser.

Der Trend geht momentan zunehmend in Richtung von Web-Apps. Das liegt zum einen daran, dass sich auf dem Smartphonemarkt nach anfänglicher Apple-Euphorie vermehrt andere Hersteller gleichberechtigt durchsetzen. Native Apps bieten hier ein schlechteres Preis-/Leistungsverhältnis, da für jedes System eine eigene Entwicklung sowie Betreuung inklusive Debugging notwendig ist, was schnell das Budget vieler Entwickler sprengt. Zudem verbessern sich die Möglichkeiten zur Entwicklung hybrider Apps stetig, was diesen Trend zusätzlich beflügelt.

Gern beraten wir Sie ausführlicher zum Thema App-Entwicklung und unterstützen Sie bei Ihrem individuellen Vorhaben.

Wohin geht's zum Smart Home?

Smart Home – Gegenwart? Zukunft? Utopie?

“Smart Home” – ein Begriff, der seit der Jahrtausendwende nach und nach aufkam und das perfekt durchoptimierte Zuhause verspricht. Mit einem Knopfdruck auf dem Smartphone werden alle technischen Geräte bedient, am Arbeitsplatz die heimische Temperatur reguliert und dem Kühlschrank eine Liste von Nahrungsmitteln kommuniziert, die er regelmäßig mit seinem Inhalt abgleicht und notfalls fehlende Produkte selbstständig nachbestellt.

Doch der Ansatz geht weit über die bloße Fernsteuerung hinaus. Die Geräte sollen untereinander kommunizieren. Wird ein Fenster geöffnet, soll sich zum Beispiel automatisch die sonst aktive Luftregulierung anpassen. Grundlage dessen ist das sogenannte Internet of Things, eine Infrastruktur zunehmend intelligenter Gegenstände, bis hin zur autonom agierenden KI. Wie weit sind wir technisch auf dem Weg zum smarten Heim, wie verbreitet sind solche Ansätze schon heute und ist eine vernetzte Heiminfrastruktur überhaupt wünschenswert?

State of the (Sm)Art

Rein technisch sind die meisten Smart Home-Ansätze bereits heute völlig problemlos umsetzbar. Sowohl der Kühlschrank, der selbst neue Nahrungsmittel bestellt, als auch Fernsteuerung per App, sowie kommunizierende Geräte sind im Prinzip bereits existent. Doch trotzdem funktionieren fast alle Haushalte noch immer analog. Woran liegt das?

Wie bei den meisten innovativen Produkten gibt es für smarte Geräte sehr hohe Einstiegspreise. Vieles ist noch im Experimentierstadium und wird nicht in großen Stückzahlen produziert. Die Alltagserleichterung ist im Verhältnis dazu noch gering und in vielen Bereichen eher Spielerei. Kommunizierende Haushaltsinfrastruktur ist außerdem nur dann sinnvoll, wenn es im Haushalt eine große Anzahl an Geräten gibt, die solche Funktionen auch nutzen. Funktionierende Beispiele in der Realität, zumindest für komplett smarte Wohnungen, sind daher meist noch Modellprojekte.

Was, wenn die Zukunft abstürzt?

Doch all die Vorteile fürs alltägliche Leben, die ein smartes Heim bietet, sind auch mit Gefahren verbunden. So könnte eine (noch größere) Technikabhängigkeit entstehen. Wenn selbst die Haustür ausschließlich per Smartphone geöffnet werden kann, was passiert, wenn der Akku leer ist oder die Software buggt?

Momentan fehlt es außerdem an einheitlichen Standards für Soft- und Hardware. Zwar gibt es diverse Ansätze dafür, aber bisher konnte sich keiner davon am Markt etablieren. So nutzen unter anderem Samsung und Philipps den Standards Zig Bee, Bosch Z-Wave und RWE sein eigenes RWE Smart Home, es existieren aber noch zahlreiche andere. Die Systeme unterscheiden sich in Punkten wie Wellenlänge, Stromverbrauch oder Verschlüsselung und sind daher oft nicht kompatibel. Möchte man sich sein eigenes Smart Home mit Geräten verschiedener Anbieter zusammenstellen, wird man nicht daran vorbeikommen, zahlreiche Apps herunterzuladen – und zu hoffen, dass die intelligente Technologie verschiedener Hersteller überhaupt miteinander kommunizieren möchte.

Ein weiteres großes Thema ist natürlich Datensicherheit, denn natürlich lässt sich auch das Internet of Things hacken. Möchte man wirklich, dass alles, von der Dunstabzugshaube bis zur Zahnbürste, theoretisch von außen angegriffen, ausgelesen oder manipuliert werden kann? Immerhin wird fast jede Tätigkeit überwacht und eine bedeutende Menge an Daten aufgezeichnet. Sowohl Hacker als auch Hersteller könnten solche Informationen nutzen. Angriffe auf smarte Geräte gibt es bereits und meist sind sie erfolgreich, weil diese nicht einmal geringsten Sicherheitsstandards genügen. Hier müssen Hersteller definitiv noch nachlegen.

Wann sind alle Häuser schlau?

Trotz weitgehender Umsetzbarkeit, hat sich das Smart Home noch lange nicht durchgesetzt. Das hat auch gute Gründe. Preise, Sicherheitslücken und fehlende technische Stabilität schrecken die meisten Nutzer noch ab. Ob und wann sich solche Ansätze durchsetzen, ist schwierig zu prognostizieren. Wie immer bei Alltagsutopien ist es unmöglich Dinge einzubeziehen, die schlicht und einfach noch nicht existieren. Mit Sicherheit bringt die Zukunft Lösungen, die noch nicht absehbar sind – auch für Probleme, die wir noch gar nicht haben.

Auf der anderen Seite gibt es noch immer Alltagsprobleme, für die es noch keine smarte Lösung gibt und vielleicht auch nie geben wird. Solange etwa im Haushalt Müll entsteht, muss dieser auch gesammelt und abtransportiert werden. Letztendlich werden sich wohl einige sinnvolle Konzepte durchsetzen und andere Innovationen an ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis scheitern. In jedem Fall werden unsere Heime künftig immer smarter werden und neue Ansprüche an Datenschutz und IT-Sicherheit stellen.

Die Digitalisierung stellt Unternehmen vor Herausforderungen

Die Herausforderungen der Digitalisierung – Erkennen und gezielt überwinden

Seien es Wirtschaftsnachrichten oder die mittlerweile omnipräsenten politischen Debatten: Digitalisierung ist ein fester Bestandteil des Anforderungskataloges für Unternehmen weltweit geworden. Die rasche Entwicklung von Technologien wie Cloud Computing, Big Data und natürlich die sog. Industrie 4.0 werden stets als Treiber der Digitalisierung genannt.

So vielversprechend, wichtig, ja sogar unumgänglich dieser Trend aber ist, so birgt er doch einige Risiken und Herausforderungen, welche wir hier (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) kurz beleuchten wollen.

Ohne IT gibt es kein Business

Wie eingangs erwähnt, sind es Technologien – genau genommen Informationstechnologien – also IT, die die Basis jedweder digitaler Daten, deren Erstellung und Verarbeitung darstellen. Kennt man die Nutzungsmöglichkeiten zu seinen Anwendungsfällen also kaum oder gar nicht, gerät man schnell ins Straucheln.

Ist alles mit IT durchdrungen, so muss diese skalierbar und äußerst robust aufgestellt sein. Ohne Skalierbarkeit fehlt die notwendige Dynamik, ohne Robustheit leidet die Arbeitsqualität, die Qualität und Quantität der Daten und im Worst Case, d.h. ohne funktionierende IT, das ganze Unternehmen, was sehr schnell das Aus sein kann.

Ohne Ideen und Erfahrung sind nur Daten digital

Digitalisierung bedeutet längst nicht mehr nur das Umwandeln von analogen in digitale Daten. Vielmehr ist die vernetzte Nutzung, speziell das gezielte automatische Auswerten eben dieser Daten der Kerntenor. Es sind also individuelle Ideen zur Abbildung und Weiterentwicklung der von Daten getriebenen Geschäftsprozesse durch Technologien notwendig, um nicht den Anschluss an den Wettbewerb zu verlieren.

Ob nun analog oder digital, die Qualität – z.B. die Vertrauenswürdigkeit – der Daten ist essentiell um mit ihnen gut zu arbeiten. Fehlentscheidungen auf Basis fehlerhafter oder gar gezielt veränderter Daten können bei dem hohen Tempo fatal werden. Die Basis jeder Dynamik sind saubere Anfangs- und Randdaten, selbst robuste Algorithmen helfen hier nicht.

Achten Sie daher auf hochwertige und vertrauenswürdige Quelldaten und sichern Sie deren Integrität in Ihren eigenen Systemen.

Nicht alle Daten darf man uneingeschränkt nutzen

So grenzenlos einem die Möglichkeiten der Datenauswertung z.B. im Falle des Marketings und Vertriebs durch die schier unendlichen Datenquellen wie etwa Google, Amazon oder Facebook erscheinen, so muss diese Euphorie doch gebremst werden.

Gerade in Deutschland ist die Sensibilität für personenbeziehbare und personenbezogene Daten äußerst hoch. Der Gesetzgeber räumt dem „Auswertungsobjekt“ Mensch daher weitreichende Rechte zur Einsicht und zur Löschung erhobener Daten ein.

Ergo: Achten Sie bei allen Digitalisierungsvorhaben auf die restriktiven Rahmenparameter Datenschutz und Compliance.

Der Mitarbeiter versus die Status LED

Offensichtlich transformiert die Digitalisierung von Geschäftsprozessen die Arbeitsweisen eines jeden von uns. Tätigkeiten wie das Erheben von Daten, deren Auswertung bis hin zur Ableitung optimaler Entscheidungen werden durch Sensorik, heuristische Algorithmen und künstliche Intelligenz immer mehr Aufgabe von Maschinen.

Studie zum jährlichen Lagebild zur Digitalen Gesellschaft

Zugang, Nutzung, Kompetenz und Offenheit in Bezug auf die Digitalisierung in Deutschland,
weitere Informationen zum D21-Digital-Index 2016, Bildquelle: Initiative D21 (CC BY 2.0)

Wo platzieren wir hier den Menschen als Arbeitnehmer? Degradieren wir ihn zur finalen Prüfinstanz maschineller Abläufe? Als ITler stellt sich der Autor einen dumpf auf Status LEDs blickenden Techniker vor. Oder ist der Mensch nur noch der Innovator, ein Komponist der vorhandenen und aufkommenden Technologien? Dies ist eine gesellschaftliche Herausforderung, welcher wir uns gemeinsam stellen müssen.

Aber auch abseits von diesen Zukunftsgedanken (um nicht von einer Dystopie zu sprechen) erleben wir schon im Jetzt durch die Always On Mentalität, smartphonegetriebene Techniksklaven sowie die Möglichkeit, uneingeschränkt von Zeit und Ort arbeiten zu können, eine Verschiebung dessen, was wir geregelte Arbeit nennen.

Die Herausforderung ist es also, auch die Arbeitnehmer mit zu transformieren – d.h. Kompetenzen und Wissen im Sinne der Technologien aufzubauen – ohne dass sie selbst zu phantasielosen Robotern mutieren.

ERP-Systeme, wie z.B. SAP, bilden die Basis der Unternehmenssoftware

ERP-Systeme – Das Rückgrat der Unternehmenssoftware

ERP-Systeme sind in aller Munde – 2015 nutzten in Deutschland über 91% der Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern derartige Software, wobei die Dienstleistungsbranche dem produzierenden Gewerbe etwas hinterherhinkt. Deutschland gilt als sehr ERP-freundlich, nicht zuletzt, weil SAP als deutsches Unternehmen mit ca. 25% weltweiter Marktführer ist.

Grund genug, sich näher mit diesem Thema zu beschäftigen. Was genau ist ein ERP-System, lohnt sich auch für Mittelständler eine Anschaffung und an welchen Anbieter sollte man sich wenden? Diese und weitere Fragen beantwortet unser kreITiv-Blogartikel.

E – R – Was?

Die Abkürzung ERP steht für „Enterprise Resource Planning“, bezeichnet also die unternehmerische Aufgabe, alle vorhanden Ressourcen in den Unternehmensprozessen möglichst effizient einzuplanen. Dazu wird das Unternehmen mit all seinen relevanten Abläufen und Kennzahlen abgebildet.

Durch die Verknüpfung und Integration aller Prozesse und Bereiche in einem System, können Prozesse gesteuert und optimiert werden. Da sie nach der vollständigen Integration das zentrale verknüpfende Element ist, gilt diese Software für ein Unternehmen auch als Wirbelsäule, Herzstück, Skelett oder wahlweise eine andere Metapher, die „sehr sehr wichtig“ ausdrückt. Als Keimzelle gelten Material Resource Planing-Systeme in den 60er Jahren, die sukzessive um andere Bereiche erweitert wurden.

Ein ERP-System – Was kann es und was kostet es?

Wie bei jeder strategischen Entscheidung müssen auch bei der Anschaffung eines ERP-Systems Vor- und Nachteile abgewogen werden. Gerade für größere Unternehmen, in denen Prozesse komplexer und Kommunikationswege länger werden, kann die richtige Unternehmenssoftware enormes Potential entfalten.

Arbeitsweisen werden vereinheitlicht, unnötige Schnittstellen vermieden und schnellerer Informationsaustausch ermöglicht. Diese Leistungen haben natürlich einen Preis. Neben oft sehr hohen monetären Kosten, bedeutet ein neues ERP-System auch inhaltlich und organisatorisch meist einen großen Einschnitt. Unternehmenssoftware ist sehr komplex und die Mitarbeiter müssen entsprechend geschult, sowie die Infrastruktur mit dem neuen System abgestimmt werden. Außerdem bedeutet dieser Schritt eine gewisse Abhängigkeit vom jeweiligen Anbieter, denn die Software muss, um effektiv zu funktionieren, aktuell gehalten werden.

Im Durchschnitt sind einmal implementierte Systeme 7,4 Jahre im Einsatz, oft aber auch deutlich länger. Das erfordert natürlich laufenden Arbeitsaufwand, sowohl vom Unternehmen als auch vom ERP-Entwickler.

Aber ich bin Mittelständler!

SAP ist Marktführer im Markt der ERP-Systeme

SAP, Marktführer unter den ERP-Systemen.
Bildquelle: Original von Marc Smith (CC BY 2.0), Bild bearbeitet

Zwar gibt es mit SAP, Oracle oder Infor einige Dickschiffe auf dem ERP-Markt, aber mittlerweile liegen auch Lösungen vor, die sich nicht nur an Großkonzerne richten. Allein in Deutschland existieren Schätzungen zufolge über 300 Anbieter. Dementsprechend gibt es auch für kleinere Unternehmen ERP-Entwickler abseits der „Großen“, die sich eher an KMUs und deren individuelle Ansprüche richten oder auch nur einzelne Module für bestimmte Unternehmensbereiche anbieten.

Das Gebiet ist so weit und die Anbieter und Möglichkeiten so divers, dass die Antwort auf die Frage, ob ein ERP-System sinnvoll ist, lautet: „Kommt darauf an“. Sieht man in den eigenen Unternehmensprozessen und deren Umsetzung Optimierungspotential und findet dafür einen entsprechenden ERP-Anbieter, dann kann sich die Anschaffung durchaus auch für einen Mittelständler lohnen. Wenn nicht, sollte man trotzdem ein Auge auf ERPs behalten, denn auch diese sind in ständiger Entwicklung. Aktuelle Trends sind vor allem mobile Anwendung, besseres Handling bei wachsenden Datenmengen sowie Cloud-Lösungen.

kreITiv wünscht erfolgreiches Optimieren und steht gern mit Rat bei der Konzipierung und Umsetzung einer individuellen Lösung für Ihr Unternehmen zur Seite.

HTTP/2 – Anlaufschwierigkeiten beim neuen Web-Standard

HTTP/2 – Anlaufschwierigkeiten beim neuen Web-Standard

Das verbesserte Übertragungsprotokoll HTTP in der Version 2 (HTTP/2) war vor einigen Jahren noch ein großes Thema im Bereich der Kommunikation zwischen Server und Browser. Die Verbesserungen sollten in geringeren Ladezeiten für den Nutzer resultieren, wodurch das Interesse der gesamten IT-Branche groß war.

Die Verwendung des Protokolls ist schon seit einiger Zeit möglich, jedoch scheint der Übergang von HTTP/1.1 zu HTTP/2 eher stockend zu verlaufen. Woran das liegt und welche weiteren Verbesserungen HTTP/2 mit sich bringt, wird im folgenden Artikel beschrieben.

Warum HTTP/2 ?

Der Hauptgrund für die Verwendung von HTTP/2 sind die verkürzten Ladezeiten von Webseiten auf Seiten des Nutzers. Heutzutage beinhalten Webseiten viele Inhalte, welche typischerweise von mehreren Webservern abgerufen werden. Die Kommunikation zwischen Browser und Webserver kann man sich vereinfacht so vorstellen:

Zunächst fordert der Browser die HTML-Datei an. Diese Anfrage wird vom Server angenommen und beantwortet. Der Browser verarbeitet diese Antwort, bevor er eine weitere Anfrage sendet. Zunächst wird also die HTML-Datei analysiert und festgestellt, welche weiteren Inhalte (mit ähnlichem Kommunikationschema) angefragt werden müssen. Diese Kommunikation kann bei komplexen Webseiten, auch bei schnellen Leitungen, zu hohen Ladezeiten führen.

Google – Der Wegbereiter für HTTP/2

Auch Google verfolgte das Ziel von verkürzten Ladezeiten für seine Nutzer. Dabei bilden kurze Ladezeiten bei der Verwendung von Applikationen eine wichtige Voraussetzung für den Komfort des Nutzers. Bei der Lösung des Problems dachte man zunächst an die langsamen Downloadraten und initiierte das Projekt Google Fiber.

Googles Projekt zum Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes

»A different kind of Internet and TV« – Google Fiber als Wegbereiter eines schnelleren Internets
Bildquelle: Original von Laura Gilchrist (CC BY 2.0), Bild bearbeitet

Dieses Projekt umfasst den Ausbau eines Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes in den USA. Dabei sollen Download- und Uploadraten von bis zu 1 GB/s erreicht werden. Zurzeit können knapp 500.000 Haushalte dieses Netz nutzen. Bei der Betrachtung von möglichen Verbesserungen im Bereich der Browser-Server-Kommunikation erarbeitete Google Verbesserungen der genutzten Protokolle im Chrome Browser und in den eigenen Webservern.

Das neue Netzwerkprotokoll trug den Namen SPDY und bildete eine Grundlage für die Erarbeitung von HTTP/2.

Was macht HTTP/2 anders und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Die Kommunikation zwischen Browser und Server beginnt bei HTTP/2 genau so wie bei HTTP/1.1, das heißt es folgt ein Verbindungsaufbau auf die Anfrage der HTML-Datei des Browsers. Der weitere Datenverkehr findet dann auf dieser Verbindung statt.

Ein großer Vorteil von HTTP/2 ist die Möglichkeit des sogenannten Server-Push. Dabei kann der Server selbständig Inhalte, wie Skripte oder Style Sheets, an den Browser versenden. Das heißt, dass der Browser gleichzeitig Daten anfragen und empfangen kann. Man spricht hierbei von Multiplexing. Das Resultat bilden verkürzte Ladezeiten für den Nutzer.

Diese können auch von Bedeutung für das Onlinemarketing sein. Geringere Ladezeiten beeinflussen Suchmaschinen in dem Maß, dass entsprechende Webseiten öfter von Google gecrawlt werden, der Google Bot sie also häufiger durchsucht. Dies kann bei Onlineshops dazu führen, dass neue Produkte und Inhalte schneller in den Index aufgenommen werden. Studien belegen ebenfalls, dass geringe Ladezeiten einen positiven Einfluss auf die Conversion-Rate, das heißt die Anzahl von Transaktionen im Verhältnis zu den Seitenaufrufen, haben.

Warum stockt der Übergang von HTTP/1.1 auf HTTP/2?

Trotz der vielen Vorteile ist die Verwendung von HTTP/2 heute doch recht selten. Auch hier hatte Google einen entscheidenden, diesmal jedoch nicht sehr positiven, Einfluss.

Damit ist die Umstellung von NPN (Next Protocol Negotiation) auf ALPN (Application-Layer Protocol Negotiation) in Verwendung mit dem Chrome Browser gemeint. Diese Erweiterungen ermöglichen u.a. dem Server mitzuteilen, welche Version von HTTP verwendet werden soll. Die Voraussetzung für die Verwendung von ALPN bildet eine Version von OpenSLL 1.0.2 oder höher. OpenSLL ist eine Software, welche im Zusammenhang mit Netzwerkprotokollen und Verschlüsselungen steht. Die angeforderte Version wird jedoch selten verwendet und eine Aktualisierung auf diese bringt große Hürden und großen Aufwand für die Server-Administratoren mit sich.

Die einfache Lösung wäre es, den Google Chrome Browser nicht mehr zu nutzen. Jedoch ist dieser momentan der am meisten verwendete Browser für Desktops und mobile Endgeräte. Das Problem bei der Verwendung von HTTP/2 betrifft also einen Großteil der Nutzer. Die bisherigen Hürden bei der Implementierung von HTTP/2 hemmen demnach für eine große Gruppe von Nutzern die Vorteile, welche durch die Verwendung von HTTP/2 möglich wären.

Frameworks in der Softwareentwicklung

Frameworks in der Softwareentwicklung

In der Softwareentwicklung ist ein Framework, auf Deutsch „Rahmenwerk“, zu verstehen als ein Gerüst, auf dem die Programmierung und Entwicklung innerhalb der Programmiersprache in einem Projekt basiert.

Was ist eigentlich ein Framework?

Frameworks bieten eine Sammlung von Funktionen, die oft einige Hürden in der Programmierung erleichtern. Dadurch können zum Beispiel die Kommunikation zwischen Client und Server oder Datenbankabfragen für Entwickler erleichtert werden und damit der nötige Programmieraufwand reduziert werden. Des Weiteren bieten Frameworks oft auch Sicherheiten gegen Cross-Site-Scripting oder SQL-Injections und weitere Vorteile, wie eine Model-View-Controller-Architektur oder Formularvalidierung.

Ein Framework ist nicht als fertiges Programm zu verstehen. Es bietet lediglich den Rahmen für die Entwicklung eines Programms, auf dem beliebig aufgebaut wird, das aber auch deutlich erweitert werden kann. Dieses Rahmenprinzip ist eine ideale Grundlage zur Teamarbeit. In vielen Unternehmen werden daher häufig entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen für die Softwareentwicklung vorausgesetzt.

Frameworks in der Praxis

Im Alltag stellt sich nicht nur uns bei kreITiv immer wieder die Frage, welche Technologie wir in der Entwicklung von Softwareprojekten einsetzen sollten. Pauschal ist das allerdings schwer zu beantworten und auch Statistiken über die beliebtesten Frameworks (Umfrage zu den populärsten PHP-Frameworks 2015) helfen nicht wirklich weiter, sondern können im Gegenteil oft verwirren.

Natürlich sollte ein Framework zu den Bedürfnissen des Projekts passen und ein eher kleineres Vorhaben auch nicht überladen.

Wenn man sich einmal mit einem Framework vertraut gemacht hat und dieses versteht, dann ist es aus Gründen der Wirtschaftlichkeit oft ratsam, es auch in nachfolgenden Projekten zum Einsatz zu bringen. Die Auswahl sollte daher von vornherein immer zukunftsorientiert getroffen werden. Dabei sollte man darauf achten, dass eine gute Dokumentation bereitgestellt wird, regelmäßige Updates verfügbar sind und eine Community zum Erfahrungsaustausch zwischen den Entwicklern gegeben ist.

Frameworks werden heutzutage für die verschiedensten Programmiersprachen bereitgestellt und immer wieder kommen neue auf den Markt. Somit ergibt sich auch für die Softwareentwicklung ein ständiger Anpassungsprozess an neue Sprachen, Funktionen und Möglichkeiten.

Die Softwareentwicklung der kreITiv nutzt in der JavaScript-Entwicklung des Öfteren JQuery und AngularJS. In der PHP-Entwicklung setzen wir momentan auf das Laravel-Framework.