Erfahrungen und Eindrücke von der Umschulung in die IT-Welt

Vom Quereinstieg in die IT-Branche

Der Wechsel aus einem Handwerksberuf in die Welt der Informationstechnologie, weil der “goldene Boden” des Handwerks von der 4. industriellen Revolution zu einem engen Parkett transformiert wurde, ist ein spannendes Unterfangen. Über diesen Schritt, die Irrungen, Wirrungen und seine Erfahrungen berichtet unser Praktikant und Quereinsteiger Steve Ellard.

Von Hammer und Messe zu Maus und Tastatur

Die Welt des Handwerkers ist physisch, real und stellt ihren Sinn und Bezug unmittelbar der Wahrnehmung zur Verfügung. Im Gegensatz dazu präsentiert sich die IT-Welt völlig abstrakt, entrückt und von einer Sprache beschrieben, gegen die Han Chinesisch zu erlernen ein Wochenendvergnügen zu sein scheint. Zumal noch Koreanisch und Japanisch dazu kommen.

Beiden Welten gemeinsam ist: Sie wurden von Menschen geschaffen. Damit ist das Ethos der Handwerker “Geht nicht gibt’s nicht” eins zu eins in die abstrakten Abgründe der IT übertragbar.

Damit gerät ein Quereinsteiger wie ich mitten in das Abenteuerland, zu dessen faszinierender Dynamik, neben der Sprachhürde, das dritte Clarkesche Gesetz dem Neuling den Weg zu versperren scheint. „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Aber wir haben von Kafka gelernt, uns von keinem Türhüter den Zutritt verwehren zu lassen. Hinter Clarkes “Gesetz” steht unsichtbar, aber für Unerschrockene gut zu sehen, ein “noch nicht”. Von der Neugierde auf die Funktionsweise der Magie unwiderstehlich angezogen, steigen wir also in die Kaninchenhöhle, die uns in die Digitale Märchenwelt führt.

Der Blick hinter den Spiegel

Wie ein Blick hinter den Spiegel eröffnet sich hier ein gewaltiger Kosmos, der in kleinen Schritten erforscht werden will. Der Zauber der Magie weicht der Erkenntnis, dass, nicht anders als im Handwerk, Fleiß, Ausdauer, Kreativität und eine nicht unerhebliche Fähigkeit zur Frustrationsbewältigung, entscheidend sind.

Die Abstraktionen der Programmiersprachen zu verinnerlichen, gleicht einem geistigen Hochleistungs-Trainingsprogramm, Hirnmuskelkater inklusive. Die anfangs ehrfurchtgebietenden Sprachen heißen C#, HTML, JavaScript, PHP etc. und verlieren mit zunehmender Übung und Anwendung ausnahmslos ihren Schrecken. Der Zeitpunkt kommt, nach einem Jahr Schultheorie, an dem im Praktikum in den professionellen Routinen kommerziell ausgerichteter Produktion digitaler Werke die ersten anwendbaren Ergebnisse stehen.

Dann hat sich die zweite von Clarkes Vorhersagen ganz individuell erfüllt: „Der einzige Weg, die Grenzen des Möglichen zu finden, ist, ein klein wenig über diese hinaus in das Unmögliche vorzustoßen.“

In einen Möglichkeitsbereich, dessen Optionen im rasant beginnenden Zeitalter der maschinellen Intelligenz, neben der reinen Machbarkeitsbegeisterung, ethische und politische Aufmerksamkeit erfordert. Damit die enorme kreative Leistung moderner Algorithmen das Instrument der Assistenz der Menschen bleibt, was sie seit Wilhelm Schickards und Blaise Pascals mechanischer Rechenmaschinen gewesen ist.

kreITiv als Praxispartner in Ausbildung, Studium oder Umschulung

Zwischen den Polen basaler Programmiererfahrungen für Grundschüler mit Minirechnern wie dem Raspberry Pi und State ot the Art KI Programmen wie AlphaZero hat der vormalige Steinmetz in der Firma kreITiv GmbH eine vorzügliche Möglichkeit das digitale Handwerk von der Pike auf zu lernen.

Umschülern eröffnet sich so, nach dem Eintritt die IT Welt, mitten im voraussichtlich nie endenden Lernprozess, die Perspektive auf die Realisierung der Paraphrase von Arthur C. Clarkes erster Vorhersage:

„Wenn ein angesehener, aber älterer Informatiker behauptet, dass etwas möglich ist, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass etwas unmöglich ist, hat er höchstwahrscheinlich unrecht.“